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Luc Dardenne. Die Rückseite unserer Bilder I (1991-2005).

herausgegeben von Marcus Seibert

Band 24, Texte zum Dokumentarfilm, hg. von der dfi - Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW

176 S. | Br. | EUR 23
ISBN 978-3-947238-45-3
Im Buchhandel erhältlich!

»Sich von allen Bildern […] befreien«, um neue und sehr einfache Bilder zu finden – so könnte man das Credo der Brüder Dardenne fassen, wenn die beiden, die vom Dokumentarfilm kommen, sich an ein neues Spielfilmprojekt machen.

Ausgangspunkt ist stets ein gesellschaftlich relevanter Konflikt, mitunter eine Zeitungsnotiz aus der Rubrik Vermischtes. Die Brüder entwickeln in langen Diskussionen daraus einen ›filmischen Stoff‹ und ein Drehbuch.
Im Verlauf der Dreharbeiten, die eine intensive Zusammenarbeit mit den Schauspielern darstellen, wird kaum etwas hinzugefügt, sondern hauptsächlich entschlackt: Gegenstände aus dem Bild entfernt, Sätze und Passagen aus dem Drehbuch gestrichen, Gesten reduziert.

Ziel ist, zu einer Wahrheit der Bilder und des Schauspielens zu gelangen, die nicht von vornherein verstellt ist durch klischierte Vorstellungen von etwas und so andere als bereits bekannte Antworten auf etwas liefern kann. Der industriellen Verfertigung von Spielfilmen wird mit radikaler Einfachheit der Mittel, mit der Arbeit an Originalschauplätzen und einem gewissen »Brutismus« im Umgang mit Licht, Ton und Kamera begegnet.

Die vorliegenden Tagebücher von Luc Dardenne sind Notate, die nicht die Drehs der beiden Brüder dokumentieren, sondern die Arbeit an ihren Filmen und Beobachtungen zu anderen Filmen, Literatur und Philosophie spiegeln und reflektieren.

»Mein Bruder. Ich könnte diesen Film nicht ohne ihn machen und er nicht ohne mich. Gegenseitige Abhängigkeit ohne jeden Vorbehalt. Sicher könnte er diesen Film ohne mich machen, vielleicht sogar ich ohne ihn, aber wir wüssten beide, dass es nicht der Film wäre, den wir zusammen gemacht hätten, und das würden wir bis in alle Ewigkeit bedauern. Wenn ich diese Notizen in der ersten Person Singular schreibe, weiß ich doch, dass sie in der ersten Person Plural geschrieben sind.«
Luc Dardenne

Jean-Pierre Dardenne (* 21. April 1951 in Engis, Dramaturgiestudium am Institut des Arts Dramatiques in Brüssel) und Luc Dardenne (* 10. März 1954 in Awirs, Studium der Philo sophie an der Universität Leuven) sind belgische Filmregisseure, -produzenten und Drehbuchautoren. Nach ersten gemeinsamen Videodokumentarfilmen und Mitarbeiten an Projekten mit dem Regisseur Armand Gatti machten sie sich 1987 mit eigenen Spielfilmprojekten selbstständig.

Marcus Seibert ist Drehbuchautor und Übersetzer, vorwiegend von Filmbüchern, zuletzt »Claude Sautet. Regisseur der Zwischentöne«. Er ist Mitherausgeber der Filmzeitschrift »Revolver«. Der Spielfilm DER WALD IN MIR, zu dem er das Drehbuch geschrieben hat, kommt 2024 in die deutschen Kinos. Marcus Seibert lebt und arbeitet in Köln.


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